Aktuelles

Wiegelisten Frühjahr 2017

Die Wiegeliste für das Frühjahr 2017 liegt an der Geschäftstelle zum Anfordern bereit!

Jeder Betrieb mit Besitzerkontrolle muss dies beim Fleischrinderverband Bayern vorab anzeigen. Die Durchführung der Leistungsprüfung muss spätestens 2 Werktage vorab dem Fleischrinderverband mitgeteilt werden

Für die Zuchtwertschätzung im Dezember 2017 müssen die Wiegeergebnisse bis zum 30. November 2017 der Geschäftsstelle gemeldet werden!  Bei Bedarf können Sie die aktuelle Wiegliste für den entsprechenden Wiegetag anfordern.

Bitte kontrollieren Sie dabei auch die Abstammungen. Sollten Angaben (Vater, Geburtsgewicht, Hornstatus, Farbe usw....) fehlen, teilen Sie uns diese bitte mit.

Bitte wiegen Sie alle reinrassigen Tiere, auch die, die nicht in die Zucht gehen oder in die Mast verkauft werden.


 

 

Es ist wieder soweit am

20. - 21. Januar 2017 sind die 10. Süddeutschen Fleischrindertage

in der Rezathalle (Kaltengreuther Str. 1) in 91522 Ansbach


Zentrallandwirtschaftsfest in München vom 16.-25. September 2016

Zehn Tage Tierausstellung auf dem ZLF liegen hinter 16 Züchtern, ihren Familien und Helfern, den Mitarbeitern des FVB und Fachzentrums Mutterkuhhaltung und den zahlreichen Unterstützern am Stand und in der Koje.

FVB-Stand, Z?chtergruppe [FVB-Stand-alle_Austeller.jpg,97 KB]

Unsere Züchter waren mit elf Rassen auf der Schau vertreten. Im täglichen Schauprogramm im großen Ring, sowie in den Aufstallungsboxen konnte so dem Publikum die ganze Bandbreite von ganz klein wie Dexter bis ganz groß wie Charolais oder Limousin der bayerischen Fleischrinderzucht gezeigt werden.

alle Rassen im Ring [alle_Rassen_im_Ring.jpg,75 KB]

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Ergebnisliste



Johannitag 2016
Der FVB und seine Züchter präsentieren sich mit einer kleinen Rasseauswahl

Nach der Hitzewelle der letzen Tage und den sonstigen Wettereskapaden konnte der Johannitag in Triesdorf am 26. Juni bei bestem Ausstellungswetter stattfinden. Auch dieses Jahr wieder informierte der Fleischrinderverband Bayern mit Unterstützung einiger Züchter die Besucher über Mutterkuhhaltung und Fleischrinderzucht.
Eine kleine Rassedemonstration von fünf der 24 im Herdbuch geführten Rassen sorgte stets für ein gutes Besucherinteresse.
Ihre Rasse mit Kuh und Kalb oder Bullen haben dieses Jahr folgende Zuchtbetriebe präsentiert:
Angus: Rainer Bauereiß, Colmberg-Auerbach, mit der schwarzen Jungkuh Bea
Fleckvieh-Simmental: BVN mit dem Besamungsbullen Caesar, aus der Zucht von Jürgen Zill, Dietenhofen-Höfen
Limousin: Richard Stallmann, Lehrberg-Ballstadt, mit der hornlosen Jungkuh Amira
Pinzgauer: Martin Güllich, Burk-Bruck,  mit der Kuh Elsa
Pustertaler: Thomas Züchner, Treuchtlingen, mit der aus dem österreichischem Ursprungsgebiet stammenden Kuh Olivia

Fachgespr?che [Fachgespraeche.jpg,102 KB] streicheln [einfach_zum_Knuddeln....jpg,84 KB]

Angus [Angus.jpg,115 KB] Pustertaler [Pustertaler_(2) (3).jpg,79 KB]

Pinzgauer [Pinzgauer_(2) (3).jpg,87 KB] Limousin [Limousin.jpg,74 KB]

Z?chtergespr?che [Zuechtergespraeche.jpg,85 KB]

Teilnehmer [Teilnehmer (2).jpg,73 KB]

 


Fleckvieh-Simmental-Hofauktion „Elite 2016“

Am 18. Juni fand, wie schon traditionell, die Hofauktion auf dem Betrieb Schultes, Waldmichelbach, statt. Zwölf ausgewählte Jungbullen aus den Vaterlinien Campino DK, CSW Haindling, CSW Santana und CSW Jockel standen zum Verkauf. Dieses Jahr konnte den zahlreich angereisten Kaufinteressenten aus Bayern, den umliegenden Bundesländern und Österreich eine harmonisch ausgeglichene und gut bemuskelte Verkaufsgruppe präsentiert werden, wobei die Campino DK-Nachkommen ihrem Vater nach einen größeren Rahmen aufweisen und die Nachkommen der anderen drei Vaterlinien den mittelrahmigen Typ präsentieren. In der Spitzengruppe der Bullen wurden zwei Campino DK-Nachkommen mit den Körnoten von 9/8/8 (Kat-Nr. 1)und 8/9/8 (Kat-Nr. 3), der Jockel-Sohn mit 8/9/8 (Kat-Nr. 2) und ein Haindling-Sohn mit 8/8/8 (Kat-Nr. 4) angeboten.

Kat-Nr.1+2 [Auktion_Kat-Nr_1+2.jpg,87 KB]

Kat-Nr.3 [Auktion_Kat-Nr_3.jpg,83 KB] Kat-Nr.4 [Auktion_Kat-Nr_4.jpg,85 KB]

Zwei-drittel der Bullen waren reinerbig hornlos getestet, was auch von deutlichem Käuferinteresse gewesen ist. Unter der Regie unseres Auktionators Dieter Dänzer fanden zehn Bullen zu einem Durchschnittspreis von 2750 Euro einen neuen Besitzer.
Alle Gäste und Kaufinteressen waren wieder von Familie Schultes zu Kaffee und Kuchen eingeladen und so konnte die Veranstaltung erfolgreich und mit noch gemütlichem Beisammensitzen und Diskussionen ausklingen.


Mitgliederversammlung mit anschließender Lehrfahrt am 04. Juni in Niederbayern

Der FVB hatte zur diesjährigen Mitgliederversammlung turnusgemäß nach Niederbayern eingeladen, diesmal in die Nähe von Vilshofen. Im Anschluß fuhren die Teilnehmer zu den Zuchtbetrieben Johann Holzner, Unterschellenberg (Charolais) und Mario Brambs, Froschöd (Pinzgauer und Pustertaler).
Johann Holzner ist letzendlich, nach Umwegen über die Rassen Angus und Limousin, bei Charolais gelandet und schätzt besonders die Ruhe der Rasse. Seit 2010 im Herdbuch eingetragen, hält er 20 Kühe, für die vor einigen Jahren auf der alten Hofstelle ein neuer, freitragender Laufstall errichtet wurde. Dieser wurde in der Einrichtung bewusst einfach gehalten, um auch eine etwaige andere Nutzung zu ermöglichen. Auf dem Bio-Betrieb werden die männlichen Nachkommen gemästet und über Direktvermarktung verkauft, die weibliche Nachzucht wird an einen Metzger mit Bio-schiene aus der Region vermarktet. In der Herde finden sich auch hornlose Linien, es ist Herrn Holzner aber nicht vorrangiges Ziel. Die Qualitäten der Rasse und hier insbesondere das breit ausgelegte, rahmige Rind stehen im Vordergrund.

Cha_Holzer_Stall [Charolais_JHolzer,_Stall.jpg,97 KB] Cha_Holzer_Jungrinder [Charolais_J.Holzer,_Jungrinder.jpg,109 KB]

Cha_Holzer_Weide [Charolais_J.Holzer,_Weide.jpg,103 KB] Cha_Holzer_Bedanken [Charolais_Bedankung.jpg,87 KB]

Im Anschluß ging es auf den Pinzgauer- und Pustertaler-Zuchtbetrieb von Martina und Mario Brambs. 18 Pinzgauer- und 2 Pustertaler-Kühe weiden auf den arrondierten Flächen mit ständigem Zugang zum Stall. Die männlichen Nachkommen werden als Ochsen in Direktvermarktung ab Hof verkauft, die weibliche Nachzucht maßgeblich in die Zucht. Der Betrieb arbeitet vorrangig mit künstlicher Besamung, was durch die hofnahe Haltung erleichtert wird. Familie Brambs ist sehr aktiv, wenn es um das Präsentieren seiner vom Aussterben bedrohten Rinderrassen auf Ausstellungen geht und unterstützt auch tatkräftig die Vor- und Nachbereitungen hierzu. Im Anschluß lud die Familie Brambs zu Kaffee und Kuchen und einer Brotzeit ein. So konnte der Tag gemütlich und bis in den Abend hinein ausklingen.

Brambs_PI [Brambs_Pinzgauer.jpg,104 KB] Brambs_PS [Brambs_Pustertaler.jpg,127 KB]

Brambs_Bedanken [Brambs_Bedankung.jpg,108 KB]

Brambs_Verk?stigung [Brambs_Verkoestigung.jpg,92 KB]


Ein herzliches Dankeschön an beide Betriebe.



Tag der alten Haustierrassen bei strahlendem Sonnenschein und gutem Besucherinteresse

Auch dieses Jahr wieder haben sich engagierte Züchter und die Jungzüchter des Fleischrinderverbandes Bayern am Tag der alten Haustierrassen am 22. Mai im Freilandmuseum Bad Windsheim präsentiert.
Natürlich waren wieder die vom Aussterben bedrohten Rassen mit dabei.
Pinzgauer Kuh mit Kalb und ein Jungbulle wurden von Familie Güllich, Burk, präsentiert.
Hermann Neuser aus Deutenheim hatte wieder sein Jungrind der Rasse Gelbvieh dabei, das schon letztes Jahr als Absetzer gezeigt worden war.
Pustertaler wurden durch ein Geschwisterpaar aus der Zucht von Thomas Züchner, Treuchtlingen, vertreten. Gleichzeitig zeigten sie die beiden Farbschläge rot und schwarz.
Das Rote Höhenvieh, das als alte Rasse eine Wiederbelebung erfahren hat und jetzt erfolgreich in der Mutterkuhhaltung zu Hause ist, war aus der Oberpfalz angereist. Familie Sauer, Moosbach, zeigte eine Kuh mit Kalb und einen ausgewachsenen Bullen.
Familie Muskat aus Ellingen züchtet Murnau Werdenfelser in der Mutterkuhhaltung und präsentierte eine Jungkuh mit Kalb und einen Jungbullen.
Als weitere alte Rassen, die in der Mutterkuhhaltung eine bedeutende Rolle spielen, waren diesmal Angus und Fleckvieh-Simmental mit dabei.
Rainer Bauereiß, Comberg-Auerbach, hatte eine schwarze Jungkuh mit rotem Kalb dabei. Als Besonderheit bei Angus darf gelten, dass diese Rasse seit mehr als 150 Jahren ausschließlich in der Fleischnutzung gezüchtet wird und immer hornlos ist. Gegenüber unseren heimischen alten Rassen, die ursprünglich aus der Mehrfachnutzung (Milch, Fleisch, Arbeit) kommen.
Nicht fehlen unter den alten Rassen in Bayern darf natürlich nicht das Fleckvieh, das auf das schweizer Simmentaler Rind zurückgeht. Hans Zill aus Höfen zeigte eine Jungkuh mit bestens entwickeltem Bullenkalb bei Fuß. Der Milchreichtum der Rasse macht sie auch für die Mutterkuhhaltung sehr interessant. Fleckvieh wird in der Mutterkuhhaltung in Richtung Hornlosigkeit gezüchtet. Auch bei vielen anderen Rinderrassen ist dieses Merkmal schon züchterisch verankert worden, so z.B. auch bei Gelbvieh und Pinzgauern.
Der Erhalt der alten Rassen liegt vielen Züchtern sehr am Herzen. Dies ist, wie unsere 1. Vorsitzende, Frau Erika Sauer, bei den Rassepräsentationen für das Publikum deutlich erwähnte aber nur möglich, wenn auch der Verbraucher unser Produkt nachfragt. Es ist ein Kulturgut zum Aufessen!

Ausstellungsanlage [Ausstellungsanlage.jpg,112 KB]

Abendstimmung [gemuetliche_Abendstimmung.jpg,114 KB] Futterwerbung [Futterwerbung.jpg,126 KB]Pinzgauer [Pinzgauer (2).jpg,117 KB] Gelbvieh [Gelbvieh.jpg,127 KB]

Murnau Werdenfelser [Murnau_Werdenfelser_Kuh.jpg,132 KB] Rotes H?henvieh [Rotes_Hoehenvieh.jpg,124 KB]

Pustertaler [Pustertaler (2).jpg,121 KB] Angus [Angus_Kuh_u.Kalb.jpg,131 KB]

Fleckvieh [Fleckvieh.jpg,116 KB] Murnau Werdenfelser_Bulle [Murnau_Werdenfelser_Bulle.jpg,132 KB]

Neben den Züchtern haben sich dieses Jahr auch unsere Jungzüchter vom Verein Bayerischer Fleischrinderjungzüchter mit einem Stand beteiligt. Hier wurden Aktivitäten für die Kleinen Gäste angeboten. Es konnten z.B. nur über das Tasten von Proben verschiedene Futtermittel bestimmt werden, oder ein Fragebogen zur Mutterkuhhaltung ausgefüllt werden. Die Aktivitäten unserer Jungzüchter sind seit einigen Jahren fester Bestandteil der Veranstaltungen des Fleischrinderverbandes.

Jungz?chterstand [Andrang_am_Jungzuechterstand (2).jpg,130 KB]

 


Lehrfahrt nach Brandenburg

Am 05.05.2016 ging es mit es mit 45 Teilnehmern aus Bayern von Ansbach aus Richtung Brandenburg, dem Land der Mutterkühe, um die dortige Mutterkuhhaltung kennen zu lernen.

Als Zwischenstopp auf der Anreise bot sich der Fleckviehzuchtbetrieb von Claudia und Hartmut Pieter in Neustadt an der Orla in Thüringen an. Beide kauften nach der Wende das Rittergut Molbitz und fingen 1991 als Wiedereinrichter an. Gleichzeitig pachteten sie 190 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Zwischendurch verlor man durch Straßen- und Hausbau um die 40 ha Fläche. Die 30 ha Grünland werden von der 33 köpfigen Mutterkuhherde und deren Nachzucht und den Masttieren genutzt. Von Anfang an haben die passionierten Flechviehzüchter auf die Herdbuchzucht und auch auf die künstliche Besamung gesetzt. Aufgefallen ist allen Mutterkuhhaltern die sehr lange Mittelhand der Tiere. Mit hochwertigem Zuchtvieh werden Auktion und Märkte beschickt und Züchter im europäischen Ausland versorgt. Claudia Pieter gründete vor 8 Jahren mit Gleichgesinnten auch den Verband Deutscher Simmentalzüchter und vertritt deren Interessen auch auf internationaler Ebene. Die Rinder werden in den zu Tiefstreuställen umgebauten Gemäuern gehalten. Abkalbungen finden das ganze Jahr über statt. Die Kälber können ad libitum gequetschtes Getreide und Erbsen aufnehmen. Durch die gute Mund-zu-Mund-Propaganda schätzen die Kunden das bis 23 Tage gereifte Rindfleisch. Das Sortiment in der Direktvermarktung wird durch die eigene Schweinemast, Geflügelhaltung und Schafzucht erweitert. Vor kurzem hat man auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt und möchte zukünftig noch mehr Wertschöpfung im Betrieb schaffen. Die drei Kinder möchten demnächst auch alle in den Hof mit einsteigen und somit ist auch der Fortbestand gesichert.

Pieter, Stall [Gruppe_im_Stall_Pieter.jpg,78 KB]

Nächste Station war die Limousinzucht Kökenitzsch GbR im Molauer Land in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen. Hier werden von drei Gesellschaftern und zwei Arbeitern 750 ha Ackerland mit einer Fruchtfolge von Weizen, Raps, Rüben, Gerste und Kartoffeln bewirtschaftet. Die 30 ha Grünland werden von 25 Mutterkühen gepflegt. Die sehr feinen, edlen und mittelrahmigen Rinder der Rasse Limousin werden vorwiegend als Zuchtvieh vermarktet. Ein kleiner Teil wird auch Viertelweise an den Endkunden vermarktet. In den Wintermonaten steht den Tieren ein Offenfrontstall mit Tiefstreu zur Verfügung. Nach der Besichtigung der Weiden hat uns die Familie zu Kaffee bzw. die Männer an deren Vatertag zu erfrischenden Bier eingeladen.

Nach einer Nacht in Potsdam, einem abendlichen Spaziergang an der Havel und in der Stadt brachte uns der Bus auf den Betrieb der Gortzer Agrar GmbH in Beetzseeheide. Die ehemalige landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft umfasst (LPG)1100 ha landwirtschaftliche Fläche, wovon 300 ha Grünland sind. Die anfallende Arbeit wird von drei Arbeitern erledigt. Es gibt insgesamt 750 Rinder der Rassen Fleckvieh und Charolais auf dem Betrieb, 200 davon sind Mutterkühe. Im Herdbuch sind 15 Charolaiskühe und 50 Fleckviehkühe. Aufgrund der schlechten Grundfutterqualitäten auf dem Standort kommt die Rasse Fleckvieh, an der gleichmäßigen Herde ersichtlich, wesentlich besser zurecht als die Charolais. Zur Fütterung der Nachzucht werden 50 ha Silomais angebaut. Die Bullen sind von Mai bis Oktober in der Herde und die Kühe kalben im Zeitraum Februar/März ab. Nicht tragende Kühe gehen nach der Trächtigkeitsuntersuchung und dem Absetzen zum Schlachten. Die erzeugten männlichen Absetzer werden mit einem Gewicht von 300 kg über den Rinderzuchtverband RBB in Mastbetriebe nach Bayern verkauft. Die weiblichen Absetzer bleiben den Winter über auf dem Betrieb gehen dann nach einer Selektion zum Schlachten oder werden als Nachzucht aufgestallt. Großen Wert wird auf eine zweimalige Parasitenbehandlung gelegt. In den Wintermonaten können die Rinder eingestreute Ställe und Ausläufe nutzen.

Gortzer, Herde [Mutterkuhherde_Gortzer.jpg,77 KB]

Nachmittags besuchten alle die BraLa, eine landwirtschaftliche Messe in Paaren. Neben Landtechnik, Bauen, Handwerk, Energie, Ernährung, Direktvermarktung war für alle die Landesfleischrinderschau ein Höhepunkt. Hier präsentierten die heimischen Züchter ihre besten Tiere. Zu bewundern gab es Kühe, Kälber und Bullen der dort typischen Rassen, wie Fleckvieh, Charolais, Uckermärcker, Angus, Galloway, Highlands und Dexter. Neben den Züchterfamilien waren bei dieser Präsentation auch die dortigen Fleischrinderzüchter sehr engagiert.

BraLa [Rinder_auf_der_Brala.jpg,69 KB]

Am nächsten Morgen, nach einer Nacht in Potsdam, ging es auf den Fleckviehbetrieb der Murri GmbH in Lübben. Die ehemalige LPG wurde 1991 in eine GmbH umgewandelt. Das Stammkapital wurde von 25 Personen aufgebracht. Familie Piesker fing dann gleich mit Fleckviehfärsen aus Tschechien an und setzte auf die Hornloszucht. Anfangs waren 200 Mutterkühe auf dem Betrieb, später 300 und heute 600 Kühe. Seit 2006 gehört der Biobetrieb mit 1000 ha Grünland im Biosphärenreservat Spreewald und 2000 ha Ackerland dem Anbauverband Biopark an. Von Dezember bis April können die Tiere die auf Tiefstreu umgebauten Anbindeställe mit eingestreuten Ausläufen nutzen. Kalbungen finden das ganze Jahr über statt. Die erzeugten weiblichen Absetzer gehen mit 8 Monaten und einem Lebendgewicht von 270 – 310 kg zum Schlachten an den Bioverband Biopark. Pro kg Schlachtgewicht werden zwischen 5,00;- bis 5,50; - € erzielt. Männliche Absetzer verlassen mit etwa 300 kg den Betrieb und werden über Viehhändler für ca. 900 vermarktet. Die Färsen werden mit 430 – 450 kg Lebendgewicht mit einem Angus-Bullen belegt, der für leichte Kalbungen sorgt, belegt. In der Herde ist immer ein Bulle der Rasse Fleckvieh der zur Herbuchzucht genutzt wird und ein Charolais-Bulle für die übrigen Tiere. Auf den sehr feuchten und moorigen Flächen ist die PourOn-Behandlung gegen Leberegel sehr wichtig. Genauso unabdingbar ist eine gute Mineralstoffversorgung auf den nährstoffarmen Böden um dem Festliegen vor zu beugen. Angriffe durch den großen Beutegreifer auf die Rinder gab es in dem Wolfsgebiet bis jetzt noch nicht. Während einer entspannenden Kahnfahrt, bei herrlichstem Sonnenschein, auf der Spree konnten dann zwei der bis zu 100 Kühe großen Herden auf den Flächen des Biosphärenreservats Spreewald begutachtet werden.

Muri, J. Piesker [Diskussion_ueber_FV-Zucht.jpg,88 KB] Muri, Weidetr?nke [Weidetraenke_Muri.jpg,118 KB]

Muri, Herde [Mutterkuehe_Muri.jpg,77 KB] Kahnfahrt [auf_die_Kaehne.jpg,198 KB]

Auf der Rückreise am Muttertag hielten wir auf dem Anguszuchtbetrieb der Familie Heinz in Zwickau in Sachsen an. Auf dem 260 ha großen Betrieb arbeiten neben dem Ehepaar die beiden Söhne, ein Landwirt und ein Metzger, mit. Auf dem Hof finden im Jahr etwa 100 Kalbungen statt. Es gibt drei Abkalbezeiträume in den Monaten September, November und Januar. 40 der erzeugten Rinder gehen pro Jahr in die Zucht. Um die ständig wachsende Nachfrage nach Rindfleisch bedienen zu können, werden jährlich die gleiche Anzahl an Rindern zum Schlachten zugekauft. Die gute Nachfrage führt Familie Heinz auf Mund-zu-Mund-Propaganda, hervorragende Fleischqualität und die schöne Hofstelle und den Kühen auf der Weide zurück. Geschlachtet werden von September bis Juni im eigenen Schlachthaus 12 bis 14 Monate alte Rinder. Die etwa 280 kg schweren Schlachtkörper werden 11 Tage im Kühlraum reifen lassen. Jeden Freitag verlassen Mischpakete, von 5 bis 10 kg in Summe bis zu 750 kg Fleisch, die Ladentheke im Hofladen. Erweitert wird die Auswahl durch drei bis vier Schweine die Woche, sowie Wurstwaren. Einmal im Jahr findet ein großes Hoffest mit vielen Attraktionen statt. Im Winter sind die Rinder in einem hellen Zweiraumtieflaufstall, der in Rundholzbauweise erstellt ist, untergebracht. Eingestreut wird mit einem Einstreugerät. Im Sommer nutzen die Tiere die am Stall angrenzende Weide.

Heinz, Stall [heller_und_gut_eingestreuter_Stall_Heinz.jpg,89 KB] Heinz, Schlachthaus [Schlachthaus_Heinz.jpg,77 KB]

Zum Abschluss bedankte sich die komplette Reisegruppe bei unserem Busfahrer Hans Reiff für seinen über zwei Jahrzehnte langen Dienst für die Mutterkuhhalter mit einer wunderschönen Stickerei von Mutterkühen und seinem Bus. Für ihn war kein Weg zu lang, zu eng oder zu schwierig und ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Mit Eindrücken von unterschiedlich großen Herden und Rassen, ganz einfachen Haltungsbedingungen, gut gehenden Direktvermarktungen kamen alle wohlerholt und voller Ideen in Bayern wieder an.

 

Johannes Vogel

Fachzentrum Fleischrinderzucht und Mutterkuhhaltung

 



 

11. Bayerisches Fleischrindersymposium am 11. u. 12 März 2016

Zum diesjährigen Fleischrindersymposium hatte der FVB nach Wolnzach, in die Räumlichkeiten des Milchprüfring Bayern eingeladen. Der erste Referent, Herr Dr. Florian Niethammer vom TGD Bayern, informierte anschaulich und mit viel Hintergrundinformation über das Thema Kälbergeburt. Der Erfolg bei der Geburt beginnt schon vor der Geburt selbst und ist stark abhängig von der richtigen Bullenauswahl, einem optimalen Trockenstehermanagement und dem Geburtskomfort. Eine im Stall integrierte Abkalbebox, die rutschfest und leicht zu reinigen und desinfizieren ist und nicht als Krankenstall genutzt wird, sollte zur Verfügung stehen. Die Geburt wird in 4 Phasen unterteilt Vorbereitungs-, Aufweitungs-, Austreibungs-, und Nachgeburtsphase. Ganz wichtig ist es, genügend Geduld in der Aufweitungsphase, die nach Platzen der Fruchthüllen 2-3 Stunden bei der Kuh, Rinder sogar länger, dauern kann, aufzuweisen und nicht zu früh einzugreifen. Sollte doch eingegriffen werden müssen, so ist Sauberkeit oberstes Gebot. Ein Gleitmittel kann gerne großzügig verwendet werden. Lagekorrekturen des Kalbes sollten nur am stehenden, eine Auszugshilfe nur am liegenden Tier vorgenommen werden. Von einer gelungenen Kalbung kann gesprochen werden, wenn Kuh und Kalb keinen Schaden genommen haben und die Kuh weiterhin eine normale ZKZ aufweist. Der Abgang der Nachgeburt, die aus hygienischen Gründen in die TBA gehört, sollte kontrolliert sein, ebenso der Allgemeinzustand der Kuh und das Euter. Nach der Geburt wird das Kalb auf Vitalität, Atmung, Nabelsituation oder eventuelle Missbildungen kontrolliert. Zum Schluss steht die Kontrolle der Kuh an, so auf ein weiteres Kalb und Verletzungen im Bereich des Geburtskanals. Eine ausreichende und reichliche Kolostrumversorgung des Kalbes ist der beste Start ins Leben.

Teilnehmer [Teilnehmer.jpg,73 KB]

Als zweiter schloss sich Dieter Sixt, Berater bei Bioland, mit einem Vortrag zum Gesundheitsmanagement im Biobetrieb an. Ziele in der Öko-Tierhaltung können unter folgenden Punkten zusammengefasst werden: gesunde, saubere und leistungsbereite Tiere, Stallungen mit viel Platz, Licht und Luft, Priorisierung der Weidehaltung, Schließen von Betriebskreisläufen und Reduzierung allopathischer Behandlungen. Für notwendige Tierbehandlungen erläuterte Herr Sixt die besonderen Regelungen im Öko-Bereich und stellte Arzneimittelgruppen mit Anwendungsbeschränkungen oder Verboten, exemplarisch für den Einsatz gegen Parasiten, vor. Positiv auf die Gesundheit wirkt sich die Vermeidung von Stress aus, sowohl innerhalb der Herde als auch im Umgang mit den Tieren. Als weiteren Punkt spricht Herr Sixt das Tierwohl an, das in Bio-Betrieben kontrollrelevant ist. Hierzu gehören Sauberkeit der Tiere und Stallungen, Pflegezustand der Klauen, Ernährungszustand und allgemeiner Gesundheitszustand. Als grundlegende Faktoren im Gesundheitsmanagement sind die Grundfutterqualität und die Futterhygiene zu nennen. Empfehlenswert in der Mutterkuhhaltung sind Kälberschlupf und nur Kälbern zugänglicher Fressbereich. Ein Ziel der Öko-Rinderhaltung ist, auf Enthornen zu verzichten. Entweder behornte Tiere oder Zucht auf Hornlosigkeit. Eine Grundanforderung besteht darin, dass alle Tiere Sommerweidegang erhalten oder ständig einen Auslauf zur Verfügung haben. Die Anforderungen an den Rinderstall sind eine ausreichen große, weiche, saubere und trockne Liegefläche und ein Tier-Liegeplatz-Verhältnis von 1:1. Zum Schluss ging Herr Sixt noch auf die Anforderungen bei Verladung, Transport und Schlachtung von Bio-Tieren ein.

TGD, Dr. F. Niethammer [Niethammer_LGL.jpg,76 KB] D. Sixt, Bioland [Sixt_Bioland.jpg,69 KB]

Samstagvormittag setzte sich die Vortragsreihe mit einem Praktikerbericht von Max Kainz fort, der die Ökoland Rinderhof GbR nach Biolandrichtlinien bewirtschaftet. Der Pachtbetrieb liegt am Rande von Schrobenhausen. Hier werden Kartoffeln angebaut, Saatgetreide produziert und Mutterkühe der Rassen Limousin und Wagyu gehalten. Es stehen Weideflächen in der Paaraue und im angrenzenden Hügelland zur Verfügung. Die Winterstallhaltung erfolgt in einem geräumigen, hellen Außenklimastall mit Stroheinstreu und Auslaufflächen. Die Kühe werden in festen Gruppen gehalten und kalben auch in der Gruppe ab. In der Regel werden die Bullenkälber kastriert. Dies hat sowohl Herdenmanagement- als auch Fleischqualitätsgründe. Betriebsphilosophie ist eine standortangepasste Rinderhaltung, die verlangt, dass die Tierzahl an die Stallkapazität und die vorhandene Futterfläche angepasst ist, dass ein Freßplatz-Tier-Verhältnis von 1:1 besteht und dass der organische Dünger optimal für den Bodenaufbau genutzt werden kann.
Der Hauptabnehmer der schlachtreifen Tiere sind die Herrmannsdorfer Werkstätten. Sehr gut bewährt hat sich die Anpaarung der Limousin-Kühe mit Wagyu. Das wachstumspotenzial und die Fleischfülle der Limousin gepaart mit Wagyu ergibt einen qualitativ sehr hochwertigen Schlachtkörper. Neu geplant ist, die reine Anpaarung mit Limousin bis auf eine Nukleusherde zurückzunehmen und einen weiteren Teil der Kühe in Zukunft mit Angus zu decken, um die Fleischqualität bezüglich intramuskulärer Fetteinlagerung zu erhöhen.

M. Kainz [Kainz.jpg,77 KB] LGL, Stenzel-Kaiser [Stenzel-Kaiser.jpg,68 KB]

Anschließend referierte Herr Stenzel-Kaiser vom LGL über Möglichkeiten und Grenzen von ganzjährig im Freien gehaltenen Rindern. Zuerst ging er auf die rechtlichen Aspekte der Tierhaltung ein, die im Rahmen der Tierschutz Nutztierhaltungsverordnung auch für im Freien gehaltene Tiere einen ausreichenden Schutz vor widrigen Witterungseinflüssen oder bei Bedarf eine Behandlungsmöglichkeit ermöglicht. Als nächstes erläuterte er die Möglichkeiten und rechtlichen Hintergründe der Betäubung mittels Bolzenschuss oder Kugelschuss. Die Änderung der Lebensmittel-Hygiene-Verordnung ermöglicht jetzt eine Schlachtung außerhalb eines Schlachtbetriebes und die uneingeschränkte Vermarktung und Genusstauglichkeitskennzeichnung des Fleisches. Insgesamt war dieser Vortrag von sehr angeregter und engagierter Diskussion der Teilnehmer begleitet, was die Auseinandersetzung der Mutterkuhhalter mit diesem Thema widerspiegelt.

Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmer an der Bullenweide ein, auf der Highland-Züchter Claus-Dieter Klose ganzjährig seine Bullen in mitten von Hopfenfeldern hält. Den Tieren steht ein Witterungsschutz zur Verfügung. Eindrucksvoll konnte Herr Klose die Zutraulichkeit und Ruhe seiner Bullen zeigen. Dies ist eine gute Voraussetzung für Tötung auf der Weide, die hier in einem Treibwagen mittels Bolzenschuss praktiziert wird und von der der Züchter aus Tierwohl- und Fleischqualitätsgründen überzeugt ist. Ein direkt anschließender, zügiger Transport zum Schlachtbetrieb ist gewährleitet.

Klose1 [Klose_Weide1.jpg,94 KB] Klose2 [Klose_Weide2.jpg,94 KB]

Vielen Dank an unsere kompetenten, interessanten Referenten und an die Teilnehmer, die mit ihren Diskussionsbeiträgen zu einer lebendigen Veranstaltung beigetragen haben.

 


Aktuellen Bestandslisten sind in der Geschäftsstelle

In den nächsten Tagen erhalten Sie per Mail  oder mit dem Rundschreibe die aktuelle Bestandsliste mit Leistungsausdruck für Ihren Betrieb. Die Liste beinhaltet alle im Herdbuch eingetragenen Zuchttiere, mit Ausnahme der Kälber (Geburtsbestätigung erhalten Sie im Mai).

Wir möchten Sie bitten: dass Sie die Daten  überprüfen, abgegangene Tiere in der Spalte Abgang vermerken, fehlende Tier ergänzen.

WICHTIG: Tiere, die den Betrieb verlassen und wieder zurückkehren, werden nicht automatisch wieder aufgenommen, da über den HIT-Datenabgleich nur der Abgang abgeglichen wird und nicht wieder der Zugang. Diese Meldung müssen Sie uns beibringen.

Mit der Durchsicht und Korrektur der Daten tragen Sie zur ordnungsgemäßen Zuchtbuchführung bei. Bitte senden Sie die Korrekturen und/oder Ergänzungen bis spätestens 31.05.2016 an die Geschäftsstelle wieder zurück.

Wichtig: Die Kuhzahl zum 01.06.2016 der Bestandsliste dient als Grundlage für den Gebühreneinzug 2016.

Sollten für Ihren Betrieb keine Bestandslisten beiliegen, so liegen uns keine aktuellen Daten vor und wir benötigen zur Korrektur von Ihnen einen HIT-Ausdruck ihres derzeitigen Bestandes und die letztjährigen Geburtsmeldungen. Gerne können Sie die Unterlagen für die Geburtssammelmeldung bei uns anfordern.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Fr. Burmann +49 (0)981 - 48 84 1-310, oder mail burmann@fvb-bayernn.de

 


 

16.02.2017

Die Wiegeliste für das Frühjahr 2017 kann in der Geschäftsstelle angefordert werden


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10.02.2017

Einladung zur Mitgliederversammlung am 11.03.2017


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17.01.2017

FVB - Bulle DM Tyler wieder erfolgreich!


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Kontakt
Fleischrinderverband Bayern e.V.
Postfach 1843, 91509 Ansbach
Kaltengreuther Str. 1, 91522 Ansbach
Telefon (0981) 48841-0
Telefax (0981) 48841-311